Wenn ein/e Angehörige/r stirbt, ist die Bestattung Ihrer Wahl diejenige, die sich um die komplizierten Abläufe kümmert. Jener Teil, der mit der Verabschiedung zu tun hat, das Begräbnis, wird nach wie vor von Priester geleitet.

Damit das Begräbnis eine gute Möglichkeit für den Abschied werden kann, ist es ratsam sich mit dem Begräbnisvorsteher zuvor zu treffen. Die Bestattung informiert unsere Pfarrei über den Todesfall Ihres/r Angehörigen, wir geben der Bestattung schliesslich Bescheid, ob einer unserer Seelsorger an dem betreffenden Termin vorstehen kann. Auf diese Weise kommt der Kontakt zwischen Ihnen und dem Begräbnisleiter zustande.

Vor der Besprechung zum Begräbnis ist es sehr hilfreich, wenn Sie einen kurzen Lebenslauf des/der Verstorbenen anfertigen.

 

"Niemand lebt für sich selber; niemand stirbt für sich allein. Im Leben und im Sterben gehören wir gemeinsam zu Gott, dem Herrn über die Lebenden und die Toten."

Römer 14,7-9

 


2026


✞ ALEX STUDER (19. März 2026)

 

 

Alex ist am 24. April 1937 in Visperterminen geboren. Er ist im Kreis einer grossen Familie mit 8 Geschwistern aufgewachsen. In jungen Jahren hat er in der Landwirtschaft mitgeholfen und hat Geissen gehütet. Er hat uns immer erzählt, wie er jeweils am Morgen die Geissen im Gemeindestall übernommen hat und diese durch den Besche Trittgrabo oder die Grittmatte via Gebidumpass bis ins Hoh-Lägerli  geführt hat, um sie den Tag dort zu hüten. Und am Abend hiess es den ganzen Weg wieder zurück bis in den Geissstall im Dorf. Nach ersten Arbeitsjahren auf dem Bau hat er, auf Anraten eines älteren Kollegen, als junger Erwachsener noch eine Lehre als Elektriker absolviert. Später hat er sich entschieden eine eigene Firma zu gründen, die er Zeitlebens geführt hat und das noch als er die 70 hinter sich gelassen hatte. Der Läx hat gerne und viel gearbeitet. Er hatte immer etwas zu werken, sei es in den Reben, im Garten oder in den Alphäuschen.

 

In jungen Jahren schon hat er Trudy getroffen und am 4. Juli 1965 sind sie den Bund der Ehe eingegangen. Vier Kinder, Rafaela, Karin, Carmen und Roland wurden den beiden geschenkt. Freude hatte er auch an seinen Enkeln Tobias, Reto, Luis und Leo und an seiner Enkelin Emma.

 

Alex und Trudy waren oft zusammen am Wandern und verbrachten viele Sommer in ihren Alphäuschen in den Bodmen und in den Niwen. Mit Kollegen unternahmen sie auch immer wieder grössere Wanderungen, sowie kurze Reisen.

 

Noch lieber als selbst zu verreisen, empfingen sie Feriengäste aus der Schweiz und Deutschland in ihren Ferienwohnungen im Haus Schmitta und in den Bodmen. Überhaupt lag die touristische Weiterentwicklung des Heidadorfs Alex immer am Herzen.

 

Schon früh hat Alex zusammen mit seinen Kollegen die Walliser 4-Tausender erklommen. Fit und schnell unterwegs war er immer. Das erlaubte ihm auch 1991 im Alter von 54 Jahren erstmals das Matterhorn zu besteigen. Noch vor 7 Jahren, als 82-jähriger, war Alex gemeinsam mit uns auf dem Ochsenhorn.

 

Er war auch ein begeisterter Skifahrer. Ich musste mich auch noch anstrengen, als er über 80 war, damit er mir vom Rothorli bis ins Giw nicht davonfuhr. Das Skifahren hat in von Jung an gepackt. So war er einer der Mit-Initianten für das erste kleine Bähnli in den Bodmumatte. Davor mussten die jungen Skifahrer immer den Berg hochlaufen für eine kurze Abfahrt. Nach einem Beinbruch beim Skifahren vor 4 Jahren hat er sich auch mit 84 Jahren noch gut davon erholt. Das Skifahren hat er aber danach auf ärztliches Anraten hin aufgegeben.

 

Bis die Demenz eintrat, verging fast kein Werktag vom Frühling bis in den Herbst, an dem er nicht in den Reben war. Sein Auto stand fast immer in der Kurve ob der Toppi. Einmal sogar dann, als die Strassenmarkierungen gemacht wurden. Da hörte dann der weisse Strich einfach vor seinem Auto auf und ging hinter dem Auto wieder weiter.

 

Neben dem Skifahren und den Reben war Alex auch Strahler, hat also Kristalle und schöne Steine gesammelt. Überhaupt war das Sammeln seine Leidenschaft. Neben Kristallen hat er auch Münzen, Briefmarken, alte Sachen, seine Skis aus 70 Jahren und vieles mehr gesammelt.

 

Er liebte die Blasmusik und hatte grosse Freude daran bei Konzerten seiner Enkelkinder und seinem Sohn Roli zuzuhören. Er war auch fast immer bei den Jahreskonzerten der Musikgesellschaft Gebüdemalp dabei und liess sich für Besuche an die Musikfeste begeistern.

 

Im April 2019 musste er Trudy nach kurzer Krankheit gehen lassen. Für eine Weile kam er noch gut selbständig zurecht und hat sich auch als Hausmann versucht. Die Küche war und wurde nie sein Territorium, der Garten dann schon eher. Zum Glück gab es aber den Mahlzeitendienst des Alters- und Pflegeheims Hengert. Pünktlich, kurz vor halb zwölf, hat er sich jeweils auf den Weg gemacht, um sein Mittagessen beim Hengert abzuholen. Dadurch, und mit viel Unterstützung durch Familie und Spitex, konnte er trotz seiner Demenzerkrankung noch bis im Mai letzten Jahres zu Hause wohnen. Er hat die Hilfe durch die Familie und Freunde immer geschätzt und sich jeweils sehr bedankt.

 

Die heilige Messe und das Apero danach gehörten zu seinem regelmässigen Sonntagsablauf. Es war für die Familie schön zu sehen, wie die Apero-Runde Läx nach der Messe mitnahm, wenn er auch durch die Demenz immer weniger zum Gespräch beitragen konnte.

 

Am Josefstag ist Alex in den frühen Morgenstunden im Paulusheim in Visp nach einem reich erfüllten Leben friedlich entschlafen.

Visperterminen, 19. März 2026 


✞ PAULINA STUDER-ZIMMERMANN (26. Dezember 2026)

Beerdignung am 28. Januar 2026.


✞ KATHARINA STOFFEL-ZIMMERMANN (22. Dezember 2025)

Kathrin wurde am 19. Juni 1934 in Visperterminen als achtes von zehn Kindern der Augusta und des Julius Zimmermann geboren. Aufgewachsen in einer Zeit, die von Arbeit, Pflichterfüllung und Entbehrung geprägt war.

Die Jugendjahre waren streng. Der Vater hatte ein Bein verloren, und so mussten die Kinder früh Verantwortung übernehmen und Arbeiten verrichten, die eigentlich Männerarbeit gewesen wäre.
Es wurde nicht gefragt, ob es leicht sei –
es wurde getan, was notwendig war.

Vater Julius verwaltete das Geld der Bevölkerung, wohlgemerkt zu Hause im Schlafzimmer- im Sekretär.
Nach der Sonntagsmesse war es üblich,
dass die Bevölkerung dort Bargeld abheben oder Einzahlungen tätigen konnten. Das zeigt, wie eng Arbeit, Ordnung und Vertrauen im Familienleben miteinander verbunden waren.

Schon früh musste Kathrin hart arbeiten. Als Käserin und Melkerin arbeitete sie im Sommer im Nanztal.
Körperlich streng, fordernd, oft entbehrungsreich. Diese Jahre haben sie geprägt: Sie lernte Fleiss, Demut und Durchhaltevermögen.

In diesen Jahren lernte sie auch Willy kennen. Beide arbeiteten im Sommer auf unterschiedlichen Alpen im Nanztal. Die scheue Kathrin wurde einmal bewusst von einer Alp zur anderen geschickt, um etwas zu überbringen – damit sie ihren Willy sehen konnte. Gemeinsame Spaziergänge ins Oberfühlmoos brachten die beiden einander näher und legten den Grundstein für ein gemeinsames Leben.

Am 1. Mai 1960 gaben sich Kathrin und Willi das Jawort – gemeinsam mit vier weiteren Paaren aus dem Dorf. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: Jazinta, Fides, Hilar und Franz.

1965 zog die Familie ins Eigenheim in den Furren. Kathrin war stolz auf ihr Zuhause. Die Gemeinschaft im Haus wuchs – 2 weitere Ehepaare und insgesamt 15 Kinder lebten dort. Es war immer Leben und Lachen im Haus.

Willy sagte oft scherzhaft und mit einem leisen Schmunzeln: Wenn du im Mai nach der Nachtschicht von der Lonza nach Hause kamst und Babygeschrei hörtest, warst du dir nie sicher: welche Etage, von welcher Familie..? Ein Satz, der viel über diese lebendige Zeit erzählt.

Neben der Arbeit im Stall, in den Gärten und Reben liebte Kathrin das Handarbeiten.
Stricken, Häkeln, Kleider nähen –
das war ihre Passion. Ihre Hände waren selten untätig.

Der Glaube war ein tragender Pfeiler ihres Lebens. Die täglichen Kirchgänge waren ihr wichtig. Ein besonderer Platz gehörte dem Chor. Ob in Unterbrunnen, Oberstalden oder im Dorf wohnend
Kathrin verpasste fast keine Probe.
Sie war eine fleissige Zinnbechersammlerin. Für mehr als 4 Jahrzehnte Mitgliedschaft wurde sie geehrt – darauf war sie sehr stolz. Auch im Frauen- und Mütterverein war sie aktiv. Der jährliche Ausflug war für sie immer ein Höhepunkt, und sogar als Theaterspielerin wirkte sie mit.

1988 durfte sie mit grossem Stolz ihr erstes Enkelkind in die Arme schliessen – acht weitere folgten.

2006 stellte das Leben Kathrin vor eine schwere Prüfung: ihre Krebserkrankung. Sie hat diese Zeit im tiefen, stillen Glauben getragen. Der Glaube gab ihr Kraft, wo Worte fehlten. Und Hoffnung , wo andere zweifelten. Sie überwand ihre Krankheit mit innerer Stärke.

2015 starb ihr geliebter Mann Willy. Tapfer lernte Kathrin, alleine weiterzugehen.

Nach 2 schwierigen Operationen im 2021, die sie knapp überlebt hat, schwanden ihre Kräfte.
So fiel der Entscheid für den Umzug ins Paulusheim einfacher. Dort fühlte sie sich umsorgt und angekommen – Sie erholte sich wieder. Besonders glücklich war sie darüber, dass sie dank der kleinen Kapelle jeden Tag die Messe besuchen konnte.

Im Heim war Kathrin bekannt als stille Helferin: beim Raclette streichen, beim Unterstützen von Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern, immer hilfsbereit. Über Besuche und gemeinsame Mittagessen mit der Familie freute sie sich sehr. Nachmittags wurde  fleissig Decken gestrickt.

Am 8. November 2023 kam ihre erste Urenkelin zur Welt. Stolz hielt sie die kleine Indy  im Arm und sagte schmunzelnd:
„Aber
so en Alti bini doch nu nit?  Mit Amelia und Ivy folgten noch zwei Urenkelinnen.

Langsam wurden die Schritte kürzer und die Tage stiller. Schliesslich durfte Kathrin im Beisein ihrer Tochter Fides sanft einschlafen.

Kathrin hat ihr Leben in Fleiss, Glaube und Liebe gelebt. Was sie gegeben hat, lebt in ihren Kindern, Enkeln und Urenkelinnen weiter.

Eine Mutter, die still wirkte, viel gab und fest glaubte. Wir sind dankbar für alles.


✞ ANTONIA STOFFEL-STUDER (06. Dezember 2025)

 Antonia wurde am 21. Januar 1931 als fünftes von sechs Kindern den Eltern Alex Studer und Aloisia geb. Stoffel in die Wiege gelegt. Sie wuchs in einer großen, lebhaften Familie auf, in der Zusammenhalt und Fleiß zum Alltag gehörten.

Ein besonderes Ereignis in ihrem jungen Erwachsenenleben war ihre Hochzeit 1958. Zusammen mit vier weiteren Paaren gab sie am selben Tag Ambros Stoffel das Ja-Wort. Diesen fünf Paaren wurde in den folgenden zwei Jahren insgesamt zehn Buben geschenkt. Antonia und Ambros durften sich 1959 über die Geburt von Pirmin und 1960 über die von René freuen.

Ihr ganzes Leben lang arbeitete sie in der Landwirtschaft. Die Natur und das Arbeiten im Freien das heisst in den Reben Äckern und Feldern lagen ihr. Besonders gerne war sie auf der Familieneigenen Alp, Stoffelsch Alpji. Wer sie kannte, wusste: Ohne Strick- oder Häkelarbeit sah man sie selten. Sie hatte stets etwas in den Händen, und doch blieb immer Zeit auch für ein gutes Buch, das Lesen gehörte ebenso zu ihren stillen Freuden, wie die tägliche Arbeit im Stall und im Haushalt.

Halt in ihrem Leben gab Antonia ihr tiefer, unerschütterlicher Glaube. Das tägliche Rosenkranzgebet sowie die regelmäßigen Besuche der heiligen Messe waren für sie selbstverständlich.

Mit ihrem Mann Ambros durfte sie am 3. Mai 2008 die Goldene Hochzeit feiern. Doch nur vier Monate später verstarb ihr Gatte nach kurzer schwerer Krankheit – ein schwerer Verlust, der sie tief traf, den sie aber mit ihrem starken Glauben zu tragen wusste.

Stolz war sie immer auf ihre fünf Enkelkinder: Valérie, Sandra, Jennifer, Mario und Larissa. Mit 80 Jahren durfte sie ihr Erstes Urenkelkind Medea in ihren Armen halten, sie durfte sich dann noch weiterer 6 Urenkel erfreuen: Noemi, Mia, Lara, Erin, Nico und Ben.

Im hohen Alter wurden die täglichen Spaziergänge mit ihren Freundinnen Bernadette und Marie zu einem wichtigen Bestandteil ihres Tagesablaufs. Die Begegnungen, Gespräche und die gemeinsame Zeit mit ihnen bedeuteten ihr viel.

Ze Teschstadlu wurde darob sogar eine eigene Bank für die drei Freundinnen aufgestellt.

Am 2. August 2019 entschied sie sich, freiwillig ins Alters- und Pflegeheim Hengert zu übersiedeln. Sie wollte mit diesem Schritt zeigen dass sie niemandem zur Last fallen wollte. Dort durfte sie bei guter Pflege und aufmerksamer Begleitung ihre letzten Jahre verbringen.

Am 6. Dezember diesen Jahres schließlich konnte sie, gehalten von ihrem tiefen Glauben, friedlich einschlafen. Ein langes Leben fand seinen Abschluss, welches geprägt war von Liebe, Arbeit, Bescheidenheit und tiefer Gottverbundenheit.


✞ Bernadette Zimmermann (19. November 2025)

Bernadette, Tochter von Leo Bellwald und Maria Ambort, war das älteste von 4 Kindern. Das 2. Kind, ein Bruder, starb  halbhrig an einer Grippe. Später kamen Ida und Theo zur Welt.

Am 7. Okt. 1941 starb  ihre Mutter im Kindbett an einer Lungenentzündung. Sie hinterliess 3 Kinder im Alter von 7 und 2 Jahren und ein 14 Tage altes Bébé. Übergangsmässig fanden die Kinder in unterschiedlichen Familien Unterschlupf. Danach fand der Vater eine Hilfe, welche sich um Haus und Vieh kümmerte. Sein Bruder Konrad, der im gleichen Haushalt lebte, wurde zu einer Art Mutterersatz r die Kinder, während der Vater als Schreiner mit eigener Werkstatt für den Unterhalt der Familie sorgte.  Am 10. Dez. 1943 verheiratete sich der Vater mit Michelina Heinzmann und die Kinder erhielten eine Stiefmutter.

Ein Jahr zuvor hatte r Bernadette die Schulzeit begonnen. Sie ging gerne zur Schule und liebte das Lesen und Schreiben. Wenn die Familie jeweils von November bis kurz vor Weihnachten und von Mitte Februar bis vor Ostern in den Bitzinen lebte, ging Bernadette jeden Tag zusammenmit ihrer Schulfreundin Anastasia zu Fuss hinauf zur Schule ins Dorf.

An ihre Jugendzeit erinnerte sich Bernadette gerne zurück. 1950 beendete sie die reguläre Schulzeit, nahm eine Sommersaison-Stelle in Saas Fee an und arbeitete als Office-Mädchen in der Pension Alphubel, während ihre Freundin in der Küche arbeitete. Später im Jahr absolvierte sie zusammen mit Anastasia einen 3-monatigen Webkurs im Marienheim Brig, welcher von einer Klosterfrau durchgeführt wurde. In den folgenden Wintern woben sie und Anastasia zusammenin einer Stube Decken, Handtücher, Teppichund Stoffe. In den folgenden beiden Jahren versorgte Bernadette im Sommer bei einer Familie Burgener in Saas Fee deren Viehauf der Alp. In der restlichen Zeit lebte sie im Elternhausin Visperterminen und arbeitete im Haushalt und in der Landwirtschaft.

1955 verliebte sie sich in Kaspar Zimmermann. Nach fast 5 Jahren Bekanntschaft heirateten die beiden am 18. April 1960. Sie führten eine glückliche Ehe und bekamen4 Kinder. Doch dann schlug das Schicksal wieder hart zu. 1981 kam der ältere Sohn Adrian in einer Lawine ums Leben. 8 Jahre später starb  der jüngere Sohn Theo an den Folgen eines Töffunfalls. Das Leben musste weitergehen, doch die Trauer hinterliess bleibende Spuren auf ihrer Seele.

Dennoch kümmerte sie sich weiterhin um Familie und Haushalt, arbeitete in den Gärten und in der Landwirtschaft. In ihrer knappen Freizeit beschäftigte sie sich gerne mit Handarbeiten und Lesen. Sie war eine der emsigsten Bibliotheksbenutzerinnen in Visperterminen.

Glückliche Ereignisse in ihrem Leben waren die Hochzeit von Tochter Christine 1994 in Luzern und Tochter Judith 2002 in Visperterminen. Viel Freude bereitete ihr auch die Geburt ihres Enkels Eric. Dessen Aufwachsen erlebtesie nahe mit und unterstützte Judith gerne beim Hüten und Bekochenihres Enkels.

Als die körperliche Mobilität ihres Mannes stetig abnahm und er immer mehr Unterstützung benötigte, stand sie ihm zur Seite und half ihm über viele Jahre. Es war ein schwerer Entscheid, ihn im Januar 2016 ins Altersheim Hengert ziehen zu lassen. Von da an besuchtesie ihn regelmässig und lernte gleichzeitig, daheimallein zurechtzukommen.

Am 10. März 2022 musstesie am Sterbebett von ihrem Mann Abschied nehmen.Eine weitere Zäsur in ihrem Leben. Kaspar hatteihr zeitlebens Halt gegeben, selbstim Heim noch, als er vollständig auf Hilfe angewiesen war und nicht mehr mit ihr reden konnte. Ihre Schwester Ida, zu welcher sie ein sehr enges Verhältnis hatte, stanihr zur Seite, zusammen mit deTöchtern und den beiden Hausnachbarinnen, bei welchen Bernadette immer anklopfen konnte. Dar war sie sehr dankbar.

Knapp vor einem Jahr, nach einem langen Spitalaufenthalt, musste auch Bernadette ins Heim ziehen. Sie war einverstanden und es gefiel ihr im Paulusheim. Ihre stille, aber freundliche und dankbare Art wurde sehr geschätzt. Auch mit ihrer Zimmer-Mitbewohnerin hattesie es gut.

Vor 3 Tagen trat sie ihre letzte Reise an und konnte nach kurzer schwerer Krankheit im Spital Visp im Beisein ihrer beiden Töchter friedlich Abschied vom Leben nehmen. Wirsind dankbar für alles Gute und Glück in ihrem Leben und r alle Menschen, welche sie in Liebe und Achtung auf ihrem Weg begleitet haben.


✞ Elisabeth Stutzmann (12. November 2025)

Elisabeth, liebevoll von ihren Freunden Bethli genannt, wurde am 22. September 1962 als jüngstes von fünf Bäckerskindern in Altwiller, Elsass, geboren.

Nach ihrer Lehre als Verkäuferin arbeitete sie ein Jahr in der Bäckerei ihrer Eltern. Diese Zeit war für sie wertvoll, doch sie strebte nach mehr Selbstständigkeit und Veränderung.

Mit 20 Jahren (1982) wagte sie den Schritt in die Schweiz und kam nach Visperterminen. Dort fand sie eine Anstellung im Restaurant Heida, wo sie die Liebe ihres Lebens, Jean-Claude, kennenlernte. 1985 heirateten die beiden und wurden Eltern von Jacelyne, gefolgt von ihrem Sohn François im Jahr 1988.

Trotz ihrer tiefen Verwurzelung vergaß sie nie ihre Herkunft. Beispielsweise der Nationalfeiertag und die elsässische Küche waren für sie bedeutend, und sie feierte diese Traditionen mit Stolz. Elisabeth hielt die Verbindung zu ihrer Heimat lebendig und übermittelte ihren Kindern die Werte und Bräuche, die ihr am Herzen lagen. So besuchte sie mit ihrer Familie regelmäßig ihre Heimat.

Es war ihr wichtig, den Anschluss im Dorf zu finden, wodurch sie fast einwandfrei Walliserdeutsch lernte. Nur die Aussprache der Wörter „Eischhörnschen“ oder „Tubo“ sorgte stets für ein Lächeln.

Im Jahr 2019 wurde Elisabeth zum ersten Mal stolze Großmutter von Yanis und 2021 von Solea, die ihr Herz mit Freude erfüllten. Sie genoss es sehr, Zeit mit ihnen zu verbringen; ihre Enkelkinder waren für sie eine Quelle des Glücks.

Elisabeth legte großen Wert auf ihr Aussehen und verstand Mode als eine Möglichkeit, sich auszudrücken. Sie war stets gut angezogen und hatte ein Gespür für Stil. Bund, auffallend, einzigartig, so liebten wir sie.

Elisabeth war ein Organisationstalent und ermöglichte ihrer Familie und ihren Freunden viele unvergessliche Ausflüge und Erinnerungen.

Gerne arbeitete sie im Giw, wo ihre Arbeitskollegen schnell zu Freunden wurden.

Elisabeth, Bethli, Mama, hat durch ihre bedingungslose und herzliche Liebe das Leben vieler Menschen, Jung und Alt, bereichert. Sie war immer hilfsbereit, wohlwollend und zuversichtlich. Ihre Tür und ihr Herz standen stets offen.

Anfangs des Jahres 2025 erhielt Elisabeth die Diagnose Krebs. Sie begegnete dieser Herausforderung mit Mut und Entschlossenheit, umgeben von der Liebe ihrer Familie und Freunde.

Sie war und wird immer unser Fundament, Mittel- und Drehpunkt sein. Sie gab uns stets die Sicherheit und das Gefühl, dass wir alles im Leben erreichen können.

„Dü schafsch das, ich weiss das.“

Elisabeth wird als warmherzige, lebensbejahende und kontaktfreudige Person in Erinnerung bleiben. Am 12. November 2025 musste wir leider von ihr für immer Abschied nehmen. Wir vermissen dich! Wir schaffen das! 


✞ Ursula Berchtold (10. November 2025)

Im Namen der Familie möchten wir heute an Ulla erinnern.

Ulla wurde am 6. Januar 1945 in Öhringen, einer Stadt in Baden-Württenberg in Deutschland geboren – an jenem Tag, an dem auch ihre Mutter Frida Geburtstag hatte. So war der Dreikönigstag immer etwas ganz Besonderes für die Beiden. Ihre Geburt war mitten in einer schwierigen Zeit, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. UIla hatte einen älteren Bruder Rainer und zwei jüngere Schwestern, Hannelore und Beate. Ihre Kindheit verbrachte sie in der Nachkriegszeit, in einfachen Verhältnissen, zusammen mit anderen Familien in Notunterkünften. Oft fehlte es an vielem. Diese Zeit prägte sie und stahl ihr die kindliche Unbeschwertheit.

Als junge Frau arbeitete sie als Zahnarztgehilfin. Sie war fleißig und genau – doch vor allem war sie stets zuverlässig. So wurde sie von allen geschätzt.

Im Januar 1965 kam ihr Sohn Dierk auf die Welt. Ihre erste Ehe verlief nicht glücklich. Als alleinerziehende Mutter war sie viele Jahre als Direktionsassistentin bei der Firma Grob in Biberach tätig.

1975 machte Ulla Ferien in der Schweiz – eine Reise, die ihr Leben veränderte. Auf der Bergstrasse Richtung Visperterminen konnte sie sich kaum vorstellen, dass es weiter oben noch ein Dorf gibt. Bei einer Wanderung am Heido entlang zum Blausee wurde ihr schwindlig, und sie bekam Höhenangst. Arnold hat ihr in diesem Moment geholfen und sich um sie gekümmert. Das war der Augenblick, in dem sie sich in Arnold verliebte.

Zwei Jahre lang führten Ulla und Arnold eine Fernbeziehung, wobei auch einige Tärbiner immer mal wieder mit Arnold nach Deutschland reisten. Bestimmt haben einige von euch lustige Erinnerungen an das Bockbierfest.

Am 22. April 1977 heirateten die Beiden in Deutschland.

1978 wurde ihre erste Tochter Patricia geboren und zwei Jahre später kam Kerstin auf die Welt.

Ulla stellte jahrelang für die Arztpraxis von Dr. Peter Studer die Patientenrechnungen aus.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf sie am 8. August 2000. An diesem Tag ist ihr Bruder Rainer in Kreta im Meer ertrunken.

Ulla genoss es, mit Freunden oder Familie zu jassen oder zu jokern. Arnold konnte sich die Karten immer besser merken und Ulla spielte wohl ab und zu die falschen Karten und so wurde sie von ihm gerne geneckt.

Die beiden waren auch gerne zusammen auf Reisen. Gerne verbrachten sie ihren Urlaub im Tessin und ganze 19 Mal waren sie im Schwarzwald in den Wellnessferien.

Eine besondere Beziehung verband sie mit ihrem Neffen Oliver, der Trisomie 21 hat. Für ihn war es immer ein Highlight Ulla in der Schweiz zu besuchen.

2003 erkrankte Ulla an Parkinson. Trotz ihrer zitternden Hände strickte sie für ihre 3 Enkelkinder Pullover, Schals und Mützen – sie bezeichnete das Stricken immer als Therapie für ihre Hände. Ihre Enkelkinder Shana, Luisa und Tobias erfüllten sie mit Stolz. Wenn die drei gemeinsam in Visperterminen übernachten durften, gab es den ein oder anderen Streit, wer mit Oma gemeinsam im Bett schlafen durfte. Dies endete dann meist so, dass alle drei bei ihr schliefen und Arnold im Kinderzimmer…

Ihre Krankheit wurde mit der Zeit immer schlimmer und Arnold pflegte und betreute sie jahrelang mit unglaublich viel Liebe und Hingabe. Im Jahre 2020 musste sie ins Altersheim in Naters ziehen. Doch auch dort liess Arnold sie nie allein – fast jeden Tag besuchte er sie dort. Arnold ging mit ihr spazieren, zuerst mit dem Rollator, später, als sie nicht mehr laufen konnte, mit dem Rollstuhl.

Ulla liebte alles Süsse. Der Höhepunkt jedes Nachmittags war ein Mövenpick Glace - ein kleines Stück Freude. In den letzten Monaten ass sie nur noch die Hälfte ihres geliebten Glaces - und eine Woche vor Ihrem Tod wollte sie gar keines mehr - als wüsste sie, dass ihre Zeit bald zu Ende ging und die Kräfte leise nachliessen.

Ulla hatte ein feines Gespür für Stil, trug gerne elegante Kleider. In früheren Zeiten hat sie Arnold oft seine Kleider zurechtgelegt. Und so verwundert es nicht, dass sie an ihrem Todestag am 10. November, als Arnold in ihr Zimmer kam, die Augen öffnete. Sprechen konnte sie nicht mehr, doch sie zeigte auf sein Hemd, auf den einen Knopf, der nicht geschlossen war. Es war fast wie ein stilles Zeichen: Ich gehe nun - aber bitte sorge gut für dich...

Liebe Ulla, wir danken dir.

Du bleibst – für immer