Wenn ein/e Angehörige/r stirbt, ist die Bestattung Ihrer Wahl diejenige, die sich um die komplizierten Abläufe kümmert. Jener Teil, der mit der Verabschiedung zu tun hat, das Begräbnis, wird nach wie vor von Priester geleitet.

Damit das Begräbnis eine gute Möglichkeit für den Abschied werden kann, ist es ratsam sich mit dem Begräbnisvorsteher zuvor zu treffen. Die Bestattung informiert unsere Pfarrei über den Todesfall Ihres/r Angehörigen, wir geben der Bestattung schliesslich Bescheid, ob einer unserer Seelsorger an dem betreffenden Termin vorstehen kann. Auf diese Weise kommt der Kontakt zwischen Ihnen und dem Begräbnisleiter zustande.

Vor der Besprechung zum Begräbnis ist es sehr hilfreich, wenn Sie einen kurzen Lebenslauf des/der Verstorbenen anfertigen.


2023


 ✞ Lukas Stoffel (16. November 2022)

Lukas ist am 6. August 1937 als jüngstes von vier Kindern in Visperterminen geboren. Seine Eltern waren Gustav Stoffel und Florentina Stoffel geborene Zimmermann. Mit seinen drei Geschwistern Oskar, Albert und Anna verbrachte er eine glückliche aber arbeitsreiche Jugend hier am Terbinerberg. Nach der Schulzeit hätte er gerne eine Schreinerlehre bei seinem Onkel Alex Stoffel begonnen. Er musste aber im elterlichen Landwirtschaftsbetrieb Hand anlegen. Vater Gustav war als Konsumverwalter tätig, und seine zwei älteren Brüder waren im Studium. In den 50zigerJahren diente er einige Sommer lang als Hirte auf der Alpe Tärbiner Nanz. Mit auf die Alpe kam auch jedes Jahr sein geliebtes Flügelhorn. So verwundert es nicht, dass er als Militärtrompeter ausgehoben wurde und lange Zeit eine wichtige Stotze der Musikgesellschaft Gebüdemalp war. Er war ihr stolzer Präsident, als sie 1966 erstmals und erfolgreich am eidgenössischen Musikfest in Aarau teilnahmen. Während 35 Jahren war er Aktivmitglied. Anschliessend spielte er in der Veteranenmusik mit und pflegte dort Musik und Kameradschaft.

Am 15. April 1963 heiratete er Aloisia Mangisch. Nächstes Jahr hätten die beiden auf 60 Jahre Ehe zurückblicken können. Lüggi pflegte zu sagen, dass wohl kein zweites Paar so viel gemeinsame Zeit verbracht hat wie er und Aloisia. Zusammen waren sie in der weitläufigen Landwirtschaft und in den vielen Rebstücken tätig. Miteinander wohnten sie in der Parmili, in Niederhäusern, im Dort und auf der Voralpe, in seinem geliebten Mosji. Soviel gemeinsame Zeit schweisst zusammen und gab auch ihren drei Kindern Philipp, Renato und Lisbeth einen guten Rückhalt. Für die gemeinsam verbrachte Zeit, auch wenn sie mit viel Arbeit verbunden war, sind ihm die Kinder bis heute dankbar. «Bi imu, si wier eifach wohl gsi», sagen sie rückblickend.

Viel Freude hatte er bis zuletzt an den drei Enkelkindern Jan, Manuel und Kristina. Sie besuchten ihn gerne im Weinkeller, denn dort hatte er immer ein Stück Trockenfleisch und Käse für sie zum Aperitif bereit. Auch die Liebe zur Musik gab er an sie weiter. Kaum konnten die Sprösslinge stehen, durften sie schon in sein Flügelhorn pusten.

Zur Milchwirtschaft kam bald nach der Heirat eine eigene Weinkellerei hinzu. Zuerst betrieb er sie mit seinem Vater Gustav, später allein mit seiner Familie. Lüggi hat Einheimischen und Gästen manchen guten Tropfen vorgesetzt. Den Gästen hat er dazu viel Wissenswertes über das Dorf erzählt und sie anschliessend noch auf den Heruviertilplatz geführt. Mit 80 Jahren sagte sich Lüggi: "Dieser Jahrgang ist gut. Jetzt höre ich aber auf mit Einkellern. «D'Lit selltunt speeter nid sägu, ine letschtu Jahr het är nahgla».

Nebst Milchwirtschaft und Weinhandel schuf sich Lüggi noch ein drittes Standbein: sein beliebtes Sportgeschäft. Ais 1967 die Sesselbahn aufs Giw eröffnet wurde, hat Lukas Ski und andere Sportartikel verkauft, zuerst in einem Zimmer im Haus seiner Eltern, später in einem Raum an der Dorfstrasse. 1983 schuf er das Ladenlokal und die dazugehörigen Werkräume. Hier hat er mit grosser Liebenswürdigkeit ganze Generationen von Einheimischen und Gästen freundlich begrüsst und fachmännisch bedient. In jüngeren Jahren nahm er öfters  selber erfolgreich an Skirennen teil und hat auch manchen Viertausender bestiegen. Jetzt galt seine ganze Aufmerksamkeit der Beratung, der Vermietung und dem Verkauf. Gerade die Kinder kannten ihn gut und waren gerngesehene Gäste bei ihm. Sie durften vorbeikommen, auch wenn sie nur einen "Chläber" wollten. War bei einem von ihnen die Bindung falsch eingestellt, eine Schraube locker oder irgendwo etwas abgebrochen, so wurde ihm gesagt: «Gang doch zum Luggi. Der macht das schu.»

Lüggi hatte einfach einen guten Umgang mit den Leuten. Bereitwillig wirkte er auch in der Öffentlichkeit mit. Von 1973 bis 1980 war er im Gemeinderat, davon die letzten vier Jahre als Vizepräsident und Burgermeister. Sein Bestreben war dabei nicht nur im Gemeindekeller guten Wein einzulagern. Er war vielseitig interessiert, kannte sich in vielen Sachgeschäften aus. Sein Wort und seine Meinung waren geachtet. Initiative zeigte er auch im landwirtschaftlichen Bereich. Er war an einem der ersten Gemeinschftsställe beteiligt, leistete auch viel Vorstandsarbeit in den milchwirtschaftlichen Genossenschaften und war als "Milchmässer" unterwegs. Einige Jahre war er Delegierter im Oberwalliser Bauernverband.

In den letzten 20 Jahren durfte er allmählich etwas kürzertreten. Nun fanden Lüggi und Aloisia vermehrt Zeit, mit den Kollegen und deren Ehefrauen einen Jass zu klopfen. Auch sie alle durften spüren: Z'Luggi, hat einfach ein gutes Herz. "

Aber ausgerechnet das Herz wollte nicht mehr richtig mitmachen. Im September 2021 unterzog er sich im Inselspital in Bern einer Herzoperation. Die brachte etwas Erleichterung. Im Frühling und im Sommer war er noch einige Male in den Reben anzutreffen. Bei der Weinernte konnte er leider nicht mehr mitmachen. Mitte Oktober wurde er nochmals in Sitten operiert. Seine Kräfte aber liessen allmählich nach. Am Mittwoch ist er zu Hause friedlich eingeschlafen.

Er ruhe nun im Frieden.


 ✞ Lukas Studer (10. November 2022)

Z`Medarsch Lüggi ischt am 03.05.1925 als dritts Chind va der Mathil und dum Medard Stüder giboru.

Üfgwaxu ist är z`Troggu - zämmu mit der Fernanda, dum Bärnard, der Alina, am Werner und dum Marie.

Na der Schioziiet het er im Wald und inner Zimmerie, Zimmerma gschafft und zwischudri im elterlichu Bitrieb gholfu.

Am 05.05.1957 het är d’Alma Stoffel anu Traualtar gfiert. Na einige Jahru bini ich zu ine cho, speter noch mine Brüoder Michael, wa scho kurz na der Giburt dischi Wält wieder het miessu verla.

Na der Hochzit het är a Stell bim Getränkelieferant Escher angiträtu. Ab 1968 bis zu schiener Pensionierig het är als Magaziner iner Lonza gschafft. Wies sich fer an ächte Tärbiner kehrt, het är näbubii mit der Alma gipürot und natierlich öi Räbe kä, die sind schine ganz Stolz gsi.

Na der Pension hent mini Eltru no a schuppo Jahr bi güoter Gsundheit deheimu tärfu erläbe. Im Verlöif va de Jahru ischt der Lebensradius vom Lüggi immer chleiner wordu und z’Läbe immer bischwerlicher.

Am 10. November ischt schine Wunsch in Erfüllig gangu, vor der Alma tärfu zga. Wier si dankbar, dass er va de Altersbeschwerdu erlöst wordu ischt. Das sind wichtigi Statione im Läbe va minum Vater gsi. Aber schini Art, schisch Wäsu het d’Fülle va schinum Läbe usgmacht.

Der Lüggi ischt a stille, gmeitliche Büob gsi. Vefil Mal het är schon hinnerum Tisch oder ufum Ofubeich gschlafu, wenn z’Matil ischt vam Hirtu cho. An gsunde Schlaf het inu durch schis ganz Läbe bigleitot. Wier heino mengsmal schlafend uf schinum Lieblingsplatz dum Gusch agitroffu. Summi hent mu sogar der Namo Gusch-Lüggi gigä.

Sienta het är va schinum erchtu Job verzellt. Är ischt al 11jehrige Buob im Sentum Schwiihirt gsi. Näbs der Üfgab de Schwii zlüoge, het är am Morgu inner Fischtri miesse ga zVeh reichu und da hetmu schüderli gfirchtot. Wägem Lohn hetschi nit randiert, 50 Cantim pro Schwingi und Summer hets gigä.

Ze Trogu bi z’Medarsch is sieeh luschtig zu und hergangu, mu het gsungi, glachet und anandre ghetzt und giblagolt. Die Büobu het nicht üfghert bis Meitinji gibrillet hent. Bivor das uberbordot ischt het der Vater Medar schis Machtwort sprochu. Der Lüggi ischt kein Mann der grossen Wort gsi, aber was är gseit het ischt immer sehr träffund gsi.

A hüfo Ziiet hert der Lüggi und d’Alma mit dum Püru verbrungu. Z’Veh, Matte und der Garto hent der Alma kehrt, und d’Räbe het der Lüggi mit vill Liebi und  Lieduschaft biwirtschaftot. Der Ertrag het är aber öi chännu schetzu und gniessu. Schön het är mier das vorgläbt und die Tugend an mich wietergigä.

Z’Deheimu het dum Lüggi sehr vill biditot und doch het är eppis va der grossu Wält no gseh. Är ischt uf Bsüoch in Afrika und Indien gsi. Nit die lang Reis, nit d’främt Sprach, nit die aner Kultur ischt schini gross Sorg gsi, sondern die Frag was soll de der Lükas z’Afrika und z’Indien ässu.

Unzähligi schöni Erläbnisi, gmeinsam erläbti Momänt, aber sicher öi trürigi Stunde heint schisch Läbe mitgiprägt. Wier chänne säge, äs ischt as erfüllts Läbe gsi und wier danke derfir.

D’Alma het z’Läbe vam Lükas mitgiprägt und mitgitreit. Nit z’lescht wäge miner Müotter het der Vater bis am Schluss därfu deheim si und ver das bin ich sehr dankbar.