In memoriam

Wenn ein/e Angehörige/r stirbt, ist die Bestattung Ihrer Wahl diejenige, die sich um die komplizierten Abläufe kümmert. Jener Teil, der mit der Verabschiedung zu tun hat, das Begräbnis, wird nach wie vor von Priester geleitet.

Damit das Begräbnis eine gute Möglichkeit für den Abschied werden kann, ist es ratsam sich mit dem Begräbnisvorsteher zuvor zu treffen. Die Bestattung informiert unsere Pfarre über den Todesfall Ihres/r Angehörigen, wir geben der Bestattung schließlich Bescheid, ob einer unserer Seelsorger an dem betreffenden Termin vorstehen kann. Auf diese Weise kommt der Kontakt zwischen Ihnen und dem Begräbnisleiter zustande.

Vor der Besprechung zum Begräbnis ist es sehr hilfreich, wenn Sie einen kurzen Lebenslauf des/der Verstorbenen anfertigen.

2019

✞ Florentina Burgener (17. Februar 2019)

Aufbahrung:  18.02.2019 in der Krypta

Begräbnis: 19.02.2019 um 10 Uhr

✞ Konrad Zimmermann (30. Januar 2019)


✞ Diego Studer (14. Januar 2019)


Emma Zimmermann (19. Dezember 2018)

Emma Zimmermann-Burgener wurde am 12. Juli 1925 als 8. Kind von 10 Geschwistern der Familie Alois und Viktoria Burgener-Ruffiner in Visperterminen geboren.

Nach der obligatorischen Schulzeit arbeitete Sie in den saisonalen Zeiten in Hotels von Zermatt und Saas-Fee.

Am 7. Mai 1953 heiratete Sie Augustin Zimmermann. Aus dieser Ehe entsprossen vier Kinder: Angelo, Alexa, Hermes und Renato. Für die Familie war Sie eine fürsorgliche und hilfsbereite Mutter. Mit ihrem Gatten  Augustin und den vier Kindern betrieb sie eine kleine Landwirtschaft. Sie liebte es sehr, in der freien Natur zu arbeiten. Besonders Freude hatte Sie immer an den Reben.

Am 15. August 1970 bekam sie die traurige Nachricht, dass ihr Gatte Augustin durch tragische Weise im blühenden Alter von 44 Jahren ums Leben gekommen ist und zwei Monate später verlor sie auch noch ihre Mutter. Nun folgten wohl die schwersten Jahre ihres Lebens. Mit vier unmündigen Kindern hiess es von einem Tag auf den anderen, alles selber in die Hand zu nehmen. Die Familie, Landwirtschaft und die Reben erforderten von ihr sehr viel Kraft und Zuversicht.

Beklagt hat sie sich selten oder nie. Es gab wohl nicht viel, was sie nicht selber anpackte. So riss sie auch ab und zu eine kaputte Mauer nieder, und wollte ihr der Wiederaufbau auf Anhieb nicht gelingen, hörte man von ihr „oh das pärwei, das probieri jetz nut grat“.

Viel Zeit verbrachte Sie mit Stricken von Strümpfen und „Kirlihändstess“, von denen sie sicher mehr als 100 Paar angefertigt hat. Sie liebte die Geselligkeit, sei es beim Jassen oder bei einem kleinen Schwatz auf ihrem Balkon oder im Dorf. Viel Freude und Spass hatte sie mit ihren 7 Enkelkindern und dem Urenkel Noé. Auch für kulturelle Vereine hatte sie sich engagiert, sei es im Trachtenverein, Kulturpark und als Ehrenmitglied des gemischten Chores. Sie war eine arbeitssame, gläubige Frau, und der tägliche Gang zur

hl. Messe durfte bei ihr nicht fehlen.

Am 15. März 2015 kam für sie nochmals eine Schreckensnachricht. Ihr Sohn Hermes wurde in der Lonza Visp durch einen tragischen Arbeitsunfall aus dem Leben gerissen.

Am 19. September 2016 war sie in der Krypta, um Abschied zu nehmen von ihrer Jasskollegin Brigitta Heinzmann, als sie plötzlich nach einem Hirnschlag in den Spital Visp eingeliefert werden musste. Leider konnte sie sich nicht mehr erholen und musste pflegebedürftigt ins Alters- und Pflegeheim Hengert, wo sie sich geborgen und zufrieden fühlte.

Mit Entsetzen spürte sie, wie ihr das Sprechen überhaupt nicht mehr gelingt. Sie versuchte dass, was sie ausdrücken wollte nun wenigstens auf ein Blatt Papier zu schreiben. Dabei musste sie erleben, dass auch dies nicht mehr möglich war.

Missglückte oder abgebrochene Kommunikationsversuche verlangten von beiden Seiten enorm viel Kraft.

Diese Kraft ging leider nun zu Ende und so konnte sie am  19. Dezember 2018 im Alters- und Pflegeheim friedlich einschlafen.

Einen herzlichen Dank gebührt hiermit dem Pflegepersonal des Alters- und Pflegeheims Hengert, sowie dem Dorfarzt Peter Josef Studer und allen, die Emma liebevoll besorgt und betreut haben.

Einen aufrichtigen Dank geht auch an alle, die sie im Heim besucht haben.

Ihr Händedruck und Lächeln werden uns in guter Erinnerung bleiben.

Weder Raum noch Zeit können wir in unseren Händen festhalten. Wenn man fort geht, weiss man nie, ob man wieder nach Hause kommt. Hätte Emma leben können, ohne die Geborgenheit in Gott? Er war der Felsgrund auf dem ihr Leben mit seinen Bestimmungen und Aufgaben gebaut war. Immerzu hat der Wille Gottes sie getragen, ja er war ihre Freude, Hoffnung und Zuversicht, in allen Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten. Sein Wille hat sie gestützt und gestärkt, auch in den schwersten Stunden ihres Lebens.

Möge Emma mit ihrer Kraft und Stärke für uns immer in guter Erinnerung bleiben.


Heidi Heinzmann-Vetter (15. Dezember 2018)

 

Liebe Heidi

Am 15. März 1941 hast Du die Welt mit Deiner Ankunft überrascht. Im Verlaufe Deines Lebens hast Du selber immer wieder Überraschungen erlebt. Du warst oft auch die Auslöserin für Überraschungen. Einige davon möchte ich jetzt, im Andenken an Dich, preisgeben.

 Überraschend für Dich war bestimmt, dass Du mit Deiner Familie mit Deinen beiden Geschwistern, anders aufgewachsen bist, als es die meisten Kinder tun. Als Tochter eines Zollbeamten war es Dir und Deiner Familie verwehrt, jeweils länger als ein paar Jahre an ein und demselben Ort zu wohnen. So hast Du in Deiner Kindheit ein Nomadenleben in der Grenzregion der Nordwestschweiz rund um Basel gelebt. Du hast überraschend bereits in Deiner Kindheit Deinen Vater verloren, was sehr traurig war.

Am Ende Deiner Schulzeit hat Dich Deine Lehrerin damit überrascht, dass sie Dich bei der Berufswahl sehr stark unterstützt hat. Diese Lehrerin hat veranlasst, dass Du ein Jahr lang in Frankreich in einem Kloster eine Art Au Pair Aufenthalt machen durftest. Anschliessend hat sie Dir dabei geholfen, Deine Ausbildung im Lehrerseminar fortzusetzen.

Als frisch gebackene Primarlehrerin hast Du dann in Rheinfelden während vier Jahren Deine Schülerinnen und Schüler mit Deiner kreativen, feinfühligen, geduldigen und hilfsbereiten Art überrascht.

Überrascht hast Du dann in dieser Zeit auch einen jungen Mann namens Heinrich kennen gelernt. Er stammt aus einem Dorf in den Bergen, von dem Du noch nie vorher etwas gehört hattest, selbst wenn Du in der Schule gut aufgepasst hättest. Heinrich wurde zum Fels in Deinem Leben.

Auch Heinrich war ein Nomade. Ein alpiner Nomade. In seiner Kindheit ist er aber nicht wie Du, von Dorf zu Dorf gezogen. Er ist in Visperterminen von Weiler zu Weiler gezogen. Ihr beide hattet das Nomadenleben satt und habt Euch nach Eurer Hochzeit im Jahr 1965 in Brig-Glis niedergelassen, wo ihr – was für eine Überraschung – vielleicht gerade wegen Eurer Nomadenwurzeln - ein ausgesprochen sesshaftes Leben geführt habt.

Nach der Hochzeit durfte ich Dich mit meiner Ankunft überraschen. Ich durfte dank Dir eine glückliche Kindheit geniessen. Du hattest Dir damals eine grosse, kinderreiche Familie gewünscht. Das blieb Dir überraschenderweise leider verwehrt. Dadurch, dass wir nun also nur eine kleine Familie waren, hattest Du mehr Zeit. Diese hast Du damit ausgefüllt, dass Du viele Menschen mit Deinem sozialen und pädagogischen Engagement überraschen konntest.

Du hast Dich heilpädagogisch weitergebildet und hast vielen lernbehinderten und behinderten Kindern geholfen.

Du hast Akim, einen Buben aus der Banlieue von Paris, beherbergt, der für mich wie ein Bruder geworden ist.

Du hast Flüchtlingen und Flüchtlingsfamilien aus Vietnam dabei geholfen, sich im Wallis zu integrieren.

Immer wieder haben sich Menschen an Dich gewandt, die aus fernen Ländern kommen. Ihnen hast Du Deutsch beigebracht, damit sie sich bei uns besser durchschlagen können. So ist bei Dir zu Hause - was für eine Überraschung - trotz Deiner Sesshaftigkeit, ein grosses Stück Welt ein- und ausgegangen.

Mit Deiner Hilfsbereitschaft und Deinem Engagement hast Du immer wieder sehr viele Menschen überrascht.

Mich hast Du in meiner Kindheit und auch später immer wieder mit Deinen Kenntnissen in Kräuterkunde überrascht. Wenn wir zusammen in der Natur unterwegs waren, hast Du meist irgendwelche essbaren Kräutchen, Heiltees, Wildgemüse oder Pilze mit nach Hause geschleppt. Du warst in dieser Beziehung auch sehr mutig: Beeren, die Du nicht 100prozentig gekannt hast, hast Du einfach in kleinen Mengen gegessen um herauszufinden, ob sie Bauchweh machen oder nicht. Zum Glück hast Du mir dieses System erst gezeigt, als ich bereits nicht mehr in den Kinderschuhen steckte. Ich habe das System aber – auch ehrlich gesagt - nicht übernommen. Dazu bin ich zu feige.

Fürs Leben gern hast Du in Chören gesungen. Ich kann gar nicht aufzählen, wo Du überall mitgesungen hast. Am längsten warst Du im Kirchenchor von Glis aktiv. Selbst jetzt warst Du immer noch in einem Chor: im Seniorenchor von Naters.

Vor 22 Jahren hat Dich die Ankunft Deiner drei Enkel in Basel überrascht. Zusammen mit Heinrich, dem Fels in Deinem Leben, habt Ihr Euch sehr an diesen drei Buben gefreut.

Seit vor sechs Jahren Heinrich, Dein Fels, verstorben ist, hattest Du es nicht immer einfach. Überrascht hast Du aber auch jetzt noch. Zusätzlich zu Deinen bestehenden Beziehungen hast Du in Brig einen kleinen Kreis an engen Freundinnen bekommen. Sie alle haben Dir, zusammen mit Deinen lieben Verwandten, in der letzten Zeit geholfen und immer fest zu Dir gehalten.

Als ich am Dienstag hier in Brig in der leeren Pfarrkirche war, wurde ich einmal mehr vom Grundgedanken des Architekten überrascht: Blicken wir nach vorne, zieht es uns Besucher hier im Innern der Kirche nach oben. Ich denke, auch Dich, liebe Heidi, zieht es jetzt nach oben. In Deinem Häuschen oben auf der Alp hast Du den Text des Liedes La haut sur la montagne aufgeschrieben und aufgehängt. Dein Schwiegersohn Matthis möchte Dich nun zusammen mit meiner Freundin Lisette Stoffel an der Orgel mit diesem Lied La haut sur la montagne überraschen. Sie möchten Dich mit dieser Melodie auf Deinem Weg nach oben begleiten.

Liebe Mama, vielen Dank für alles.